Kurz erklärt: TFP

Vor allem Hobbymodelle stolpern ständig über dieses Kürzel und wissen zu Beginn meist nicht oder nur wage was damit gemeinst ist.
Da ich bei meinen Fotoshootings oder bei Shootinganfragen immer wieder mal die vermeintliche Bedeutung korrigieren oder präzisieren muss, hier nun mal eine kleine Erklärung.

Vorweg: Ich versuch diese möglichst allgemeingültig zu halten, die „üblichen“ Methoden und Regeln zu berücksichtigen und lokale Rechtslagen (meist in jeder Nation leicht unterschiedlich) zu vernachlässigen; jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit dieser Ausführung.

Wörtliche Bedeutung:
TFP stand ursprünglich für „Time For Prints“ und bezeichnete damit eine Zusammenarbeit bei der die teilnehmende Partei (Model, MakuUp-Artist, …) im Gegenzug für ihre Zeit (Time) vom Fotografen mit Fotoausdrucken (Prints) entlohnt wurde.
Heutzutage, mit der digitalen Fotografie und den elektronischen Medien (insbesondere social-media), ist der Druck der Fotos eine Seltenheit. Daher wurden Begriffe wie TFCD (Time For CD) o.ä. eingeführt um anzugeben, dass die Fotos nicht mehr als Ausdruck sondern als digitale Datei geliefert werden.
Aufgrund der Vielzahl an Übertragungsmöglichkeiten digitaler Dateien könnte diese Benennungsmethode aber etwas unübersichtlich werden (TFDVD, TFUSB, TFCloud, TFEmail, …). Glücklicherweise lässt sich das ursprüngliche Kürzel aber auch gut mit  „Time For Pictures“ definieren, womit es allgemeingültig eingesetzt werden kann.

Der Sinn dahinter:
Der Fotograf sucht ein Model für die Fotos die er machen möchte; ein Model sucht einen Fotografen der Fotos von ihr macht. Beide könnten nun einen Profi engagieren (und bezahlen). Oder sie finden sich gegenseitig und arbeiten auf TFP-Basis zusammen. Es ist somit ein Dienstleistungs-Tauschhandel.
Damit sollte bereits klar sein, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten von Nutzen sein sollte. Dies sollte auch jede Seite für sich im Vorfeld abwägen.

Wie, Was, Wer:
Alle weiteren Einzelheiten sind nicht festgelegt und werden üblicherweise in einem Modelvertrag (auch: Model-Release, Shootingvertrag, …) festgehalten.
– Anzahl und Form der gelieferten Fotos
– Namensnennung (von Model und Fotograf)
– Veröffentlichungsrechte (selten Verkaufsrechte)
– …

Häufige Missverständnisse oder Unwissenheiten (oder Frechheiten):
– Darf der Fotograf die Fotos nicht veröffentlichen zeiht er keinen Nutzen davon -> kein TFP! -> Fotograf sollte bezahlt werden
– Bekommt das Model keine Fotos hat sie nichts von dem Shooting -> kein TFP! -> Model sollte bezahlt werden
– Profis (sowohl Models als auch Fotografen) bieten deshalb kein (oder nur selten) TFP an weil sie genug Fotos zum Vorzeigen haben.
– Wer Sonderleistungen, -Outfits oder -Material wünscht/benötigt (z.B. MuA/Visa, Kostümverleih, Locationmiete, …) sollte dies im Normalfall auch selbst organisieren und die Kosten tragen (und keinesfalls mehr als 50% Beteiligung der anderen Partei erwarten).

Ich für meinen Teil:
Ich halte an meinem Grundsatz fest mich bei der Umsetzung meiner eigenen Ideen nicht bezahlen zu lassen. Ebenso habe ich mir aber auch vorgenommen für dieses ohnehin schon kostspielige Hobby auch nie ein Model zu bezahlen. Somit: TFP
Da ich als Fotograf ohnehin schon einen ca. 10-Fach höheren Zeitaufwand habe als das Model (zwischen Vorbereitung und Nachbearbeitung) muss ich für jedes Shooting abwägen ob die gegebenenfalls entstehenden Fotos den Aufwand wert sind.
Da bei TFP beide Seiten etwas von den Bildern haben sollten, sollten sie auch beiden Seiten gefallen. (Ist natürlich Geschmackssache.) Also: genauso wie Modelle ein Shooting ablehnen können weil ihnen mein Stil oder die Idee nicht gefällt, behalte ich es mir auch vor Bildideen und Modelle (bzw. Kombinationen davon) die ich für uninteressant halte abzulehnen.

Zusammenfassend kann man sagen ist TFP eine sehr gute Möglichkeit zur Zusammenarbeit zwischen Fotografen und Modellen (und auch MuA, u.ä.) im Amateurbereich. Es sollte aber allen Teilnehmern klar sein was hier erwarten bzw. verlangt werden kann und was nicht.
Wie vorweg schon erwähnt möchte ich hier nochmal betonen, dass dies lediglich meine bescheidene Meinung als Amateur-Fotograf ist. 🙂

Beste Grüße

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